Daniel Laufer
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Storys

Cybermobbing: Wie Internettrolle Jagd auf Menschen machen

Sie verschicken falsche Bombendrohungen an Schulen, Einkaufszentren und Bahnhöfe und haben damit in Deutschland und Österreich Hunderte Polizeieinsätze ausgelöst. Oft geben sie sich als Islamisten aus. Dahinter steckt eine Szene junger Männer, in deren Zentrum die Gruppe „NWO“ steht. „Was Schulen angeht, habe ich schon al-Qaida und den IS überholt“, prahlt einer von ihnen in einem Voicechat. Einzelne Opfer terrorisiert die Szene über Jahre, etwa mit falschen Notrufen. An deren Adressen kommt sie offenbar, indem sie die Polizei austrickst.

März 2026, DER SPIEGEL, ZDF frontal, DER STANDARD und ZDF Magazin Royale

Epstein investierte Millionen in von zwei Wienern gegründete Onlinebank N26

Jeffrey Epstein hat mehr als 2,5 Millionen Dollar in die deutsche Onlinebank N26 investiert, als sie sich noch im Aufbau befand. Das Geld floss über zwei Risikokapitalfonds von Valar Ventures, einer von Peter Thiel mitgegründeten Investmentfirma. Das zeigen vertrauliche Investorenunterlagen und E-Mails aus den Epstein-Files. Die beiden Wiener Gründer sagen, sie hätten von der Beteiligung nichts gewusst.

Februar 2026, DER STANDARD

Jeffrey Epstein: Wie die Deutsche Bank jahrelang an ihm festhielt

Jeffrey Epstein wurde 2013 Kunde der Deutschen Bank, da war er bereits ein verurteilter Sexualstraftäter. Interne E-Mails aus den Akten des US-Justizministeriums zeigen: Die Bank kannte sein Geständnis, erfuhr später von den Aussagen Dutzender minderjähriger Mädchen und stufte ihn als „hohes Risiko“ ein. Trotzdem hielt sie an ihm fest. Über ein Konto des sogenannten Butterfly Trust floss regelmäßig Geld an junge Frauen. Über mindestens 40 weitere Konten liefen Zahlungen für Epsteins Stiftung, sein Flugzeug und seine Ranch. Erst Ende 2018, nach neuen Medienberichten, beendete die Bank die Geschäftsbeziehung.

Februar 2026, DER SPIEGEL, ZDF frontal und DER STANDARD

Joscha Bach: Wie ein deutscher Forscher mit Epsteins Hilfe Karriere machte

„Das ist Joscha Bach, mein Mann für künstliche Intelligenz“, schrieb Jeffrey Epstein 2014 an den früheren US-Finanzminister Larry Summers. Heute ist Bach einer der bekanntesten deutschen KI-Forscher, und das hat viel mit Epstein zu tun. Tausende E-Mails, Chatverläufe und Kontoauszüge aus den Epstein-Akten zeigen: Epstein vermittelte ihn ans MIT, finanzierte den Umzug seiner Familie nach Boston und überwies ihm von 2013 bis 2019 offenbar mehr als eine Million Dollar. Bach bat ihn immer wieder um Geld, der Kontakt reichte weit ins Private.

Februar 2026, DER SPIEGEL und ZDF frontal

Gezielte Tötungen: Der Gaza-Sniper aus München

Zwei Scharfschützen der israelischen Armee sollen Kriegsverbrechen in Gaza begangen haben. Im November 2023 erschossen sie offenbar mehrere unbewaffnete Männer einer Familie, darunter einen 19-Jährigen, der den Leichnam seines Bruders bergen wollte. Videoaufnahmen belasten sie. Einer von ihnen ist ein junger Mann aus Bayern. Eine gemeinsame Recherche mit dem „Guardian“, dem arabischen Recherchenetzwerk ARIJ und der belgischen Zeitung „De Tijd“.

Ausgezeichnet mit dem True Story Award (Recherche), dem One World Media Award (News), dem National Headliner Award (3. Platz, Online Investigative Reporting) und dem AMEJA Award (Best Investigative Reporting), nominiert für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis (Magazin), auf der Shortlist der Amnesty Media Awards (Written Feature, Written Investigation)

September 2025, DER SPIEGEL und ZDF frontal

Staatsschutz-Informant leakte Beweismaterial über Bombendrohungen

Ein IT-Experte half der österreichischen Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst, gegen Internetkriminelle der Gruppe „NWO“ zu ermitteln, die für zahlreiche Bombendrohungen in Deutschland und Österreich verantwortlich sein soll. Dann verschaffte er einem mutmaßlichen Mitglied der Gruppe Zugang zu sensiblen Daten. Seitdem kursieren in der Szene Chatverläufe, Tonaufnahmen und die Adressen von Opfern.

Juni 2025, DER STANDARD

Sockenpuppenzoo – Angriff auf Wikipedia

Wikipedia ist die vielleicht wichtigste Webseite unserer Demokratie. Eine Internet-Utopie, wo jede und jeder freien Zugang zu Wissen hat. Doch das System ist fragil. Rechtsextreme haben die Offenheit Wikipedias genutzt, um Informationen und Diskurse zu manipulieren. Mutmaßlich schrieben sie mithilfe von Hunderten von Fake-Accounts Artikel zur deutschen Geschichte um, erfanden Fakten, relativierten den Holocaust. Ob die Täter wirklich gestoppt wurden, ist bis heute nicht klar. Der Podcast „Sockenpuppenzoo“ nimmt ihre Spuren auf und fragt: Wer sind diese Menschen? Und können wir Wikipedia heute wirklich noch vertrauen?

Nominiert für den Prix Europa (Audio Investigation)

Januar 2025, TRZ Media und SWR Kultur

„Nius“: Wo rechte Hetze eine Bühne bekommt

Irgendwo im beschaulichen Berlin-Kreuzberg will sich eine Einheit aus tapferen Recken nicht damit zufrieden geben, dass die deutsche Medienlandschaft vom links-grün-woken Zeitgeist komplett verschlungen wird. Als rechtspopulistische Meinungsfreiheits-Avengers zieht das Team von „Nius“ durchs Netz, um mit Artikeln, Podcasts und Video-Formaten ihre ganz eigene Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei lassen sie sich nicht von nervigen Dingen wie moralischen Prinzipien oder journalistischer Sorgfalt beirren und geben Rechtsextremen bereitwillig eine Bühne.

Dezember 2024, ZDF Magazin Royale